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Stadtschloss Berlin Initiative
Wir bauen das Schloss

Wir bauen das Schloss.

Berlins Stadtschloss,Von der Lust, ein Bürger zu sein – (6.7.2007)

Patrick Bahners, faz.net

Nicht aus Lust, sondern aus Necessität habe er den Schlossneubau befohlen, steht im Rechenschaftsbericht des Bauherrn. Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der 1701 als Friedrich I. erster König in Preußen werden sollte, hatte 1699 den Baumeister Andreas Schlüter beauftragt, dem alten Residenzschloss der Hohenzollern eine neue, zeitgemäße Gestalt zu geben. Im Frühjahr 1999, dreihundert Jahre nach Schlüters Berufung zum Schlossbaudirektor, erklärte der Sozialdemokrat Gerhard Schröder, seit wenigen Monaten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, er wünsche sich am Ort des 1950 auf Befehl Walter Ulbrichts gesprengten Berliner Schlosses wieder ein Schloss - und zwar „einfach, weil es schön ist“.

Das Bundeskabinett hat den Plan gebilligt, hinter den barocken Fassaden ein „Humboldt-Forum“ einzurichten. Die benachbarte Universität will hier ihre ausgemusterten Apparate ausstellen, die Preußen-Stiftung die Einbäume und Dämonenmasken ihrer außereuropäischen Sammlungen. Dieses Projekt wurde ausgeheckt, als die Losung galt, vor dem Wiederaufbaubeschluss müsse ein „Nutzungskonzept“ stehen. Der Grund für den Wiederaufbau ist aber nicht dieses Konzept, sondern der Ort, der nach dem Schloss verlangt. Als die Geldbewilligung ungewiss schien, brauchte die Schlossidee institutionelle Fürsprecher. Jetzt muss über die Nutzung noch einmal frei nachgedacht werden. Der Inhalt des Schlosses sollte ebenso bezwingend sein wie seine Gestalt. Das Pariser Königsschloss ist heute die berühmteste Gemäldegalerie der Welt. Die Republik, die dem Schönen Raum gibt, hat die Fürstengemächer für ihre kostbarsten Kunstschätze reserviert.
Text: F.A.Z., 06.07.2007, Nr. 154 / Seite 1

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