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Stadtschloss Berlin Initiative
Wir bauen das Schloss

Wir bauen das Schloss.

Bericht vom Symposium zum Humboldt-Forum (08.09-10.09.2006) – (14.9.2006)

Online Redaktion

„Ich habe geheult“, gab Prof. Dr. Goerd Peschken zu Protokoll, und Tränen liefen über seine Wangen. Gerade hatte Prof. Dr. Christoph Markschies (Bild), Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin in seiner unnachahmlichen Art den Geist von Humboldt durch das Provisorium der Internationalen Bauakademie beschworen.

Es scheint kein Zufall zu sein, dass nach den ersten Fassadenversuchen durch den bekannten Förderverein für die Ausstellung: “Die Bedeutung des Berliner Stadtschlosses für die Mitte Berlins -eine Dokumentation“ e.V. (inzwischen umbenannt in Förderverein Berliner Schloss e.V.) nunmehr wiederum hinter ein Baugerüst, bespannt mit Plastikplanen die mit Fassadenbildern (diesmal der Bauakademie) bedruckt sind, zu einem Symposium geladen worden ist. Immerhin gibt es von der schmerzlich vermissten Bauakademie neben einer gemauerten Ecke auch bereits einen Versammlungsraum.

Hier trafen sich (die Einladung spricht vom Roten Saal der Bauakademie) von Freitag bis Sonntag hochrangige Experten, um auf Einladung von Prof. Hans Kollhoff über die Frage der beschlossenen Rekonstruktion der Fassaden hinauszudenken und sich mit der Frage zu befassen, "wie das Nutzungsprogramm des Humboldt-Forums zu verräumlichen ist und inwieweit die Innenräume des Schlosses dabei rekonstruiert werden können und sollen".

Ach hätte doch an meiner Stelle der Finanzminister dem Sirenengesang von Prof. Lehmann lauschen können. Unangekettet an einen Schiffsmast hätte er am Ende der Veranstaltung das prall gefüllte Staatssäckel geöffnet und gesagt: "Nehmt das Geld und baut das Schloss" und lasst den Geist Humboldts kräftig wirken. Auf das wir uns an einer weltoffenen Beschreibung fremder Kulturen delektieren, die Wissenschaft transdisziplinär und dennoch für Nichtabiturienten erlebnisorientiert verabreicht bekommen und im neuen "Volkshaus" endlich Arroganz und Ignoranz abbauen lernen.

Der besorgte Steuerzahler fragt sich nur, warum diese wunderbare Inszenierung von Wissenschaft denn nicht schon heute in Dahlem und andernorts erlebt werden kann. Braucht der Geist wirklich diese 37 000 Quadratmeter hinter barocken Fassaden um sich entfalten zu können?


Dazu passt die angespannte Finanzlage der öffentlichen Hand:
Dresden: Betrieb der Museen gefährdet

Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, sieht den Betrieb der Museen gefährdet. In einem in der "Zeit" gestern vorab veröffentlichten Protestschreiben erhob Roth zugleich schwere Vorwürfe gegen das sächsische Finanzministerium. "Wir werden über kurz oder lang mit Schließungen beginnen müssen, denn in Sachsen reden die Politik und die Kultur nicht dieselbe Sprache", kritisierte er. Zur Begründung verwies der Generaldirektor darauf, dass trotz jährlich steigender Gewinnerwartungen des Finanzministeriums die Zuschüsse an die Museen extrem gekürzt werden. Ankaufetats gebe es kaum noch. Der geplante Abbau von 450 auf 259 Mitarbeiter zerstöre nicht nur die inhaltliche Arbeit der Museen, sondern bedrohe auch den in über 450 Jahren gewachsenen Wissensstand, warnte der Generaldirektor. "Offenbar sollen die einzigartigen Kunstschätze dieses Weltmuseums einfach dem Verfall durch Vernachlässigung preisgegeben werden", sagte Roth. AP 21.09.06

Die beachtenswerte Rede finden Sie hier:
http://zope.hu-berlin.de/ueberblick/leitung/praesident/rede_humboldtforum

Weiterführender Link: http://zope.hu-berlin.de/ueberblick/leitung/praesident/rede_humboldtforum