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Stadtschloss Berlin Initiative
Wir bauen das Schloss

Wir bauen das Schloss.

Jeder, der jetzt interveniert, wäre der Schelte der Öffentlichkeit ausgesetzt – (27.4.2007)

Katrin Klonowski, Online Redaktion

„Jeder, der jetzt interveniert, wäre der Schelte der Öffentlichkeit ausgesetzt,“

gab der baupolitische Sprecher der FDP, Klaus-Peter von Lüdeke zu bedenken, als er auf dem Politstammtisch der Stadtschloss Berlin Initiative am 25.04.07 in der Panorama Lounge am Stelenfeld das Wort ergriff.

Das Stadtschloss - wo soll es hingehen? Diese Frage bildete den Schwerpunkt der abendlichen Veranstaltung und entwickelte, den aktuellen Ereignissen geschuldet, sich immer mehr zur Fragestellung: Was bleibt vom Schloss?

Nach all dem, was der Öffentlichkeit bisher vermittelt wurde, muss man von einem modernen Bau mit davor gehängter Barockfassade ausgehen. Zweifelsohne eine Herausforderung für jeden Architekten mit klaren Zielvorstellungen. Jedoch mit jeder Menge Zweifel an die großen Schlosspläne vergangener Zeiten versehen. Zudem so verpackt, dass suggeriert wird, das Ganze gehe doch für weit weniger Geld als gedacht.

Was erwartet also die Berliner, die Gäste der Stadt, die Touristen aus aller Welt am Schlossplatz? 23 000m² außereuropäische Sammlungen des Dahlemer Museums sowie eine Bespielung durch Programme außereuropäischer Kunst des Hauses der Kulturen der Welt. An einem Standort, der Berlins Mitte pulsieren lassen könnte und nun als reines Museumsareal aufwartet.

Ein Projekt, das wieder einmal mehr dem Steuerzahler in die Tasche greift und das sich in Zeiten fehlender Gelder für Bildung und Wissenschaft, Wirtschaft und Soziales herbe Kritik gefallen lassen muss. Eine Teilnehmerin des Politstammtisches äußerte ihr Unverständnis darüber, dass hier die Chance verpasst wird, private Investoren zu gewinnen und öffentliches Geld hineingepulvert wird, anstatt Geld für die Stadt zu ziehen.

Dass es eine Alternative gibt, sowohl für die Finanzierung ohne Steuergelder als auch für ein attraktives Schloss, das scheint nicht wahrgenommen zu werden. Und von Folgekosten, die unterhaltungstechnisch Jahr für Jahr auf die Stadt zukommen, ist gleich gar nicht die Rede.

Lür Waldmann, Vorsitzender der Stadtschloss Berlin Initiative, machte innerhalb der Diskussion erneut klar, dass er an seinem Konzept „Schloss pur“ festhält. Dieses geht weit über die Vorgaben des Bundestages hinaus, verzichtet auf Steuergelder und realisiert eine lebendige Mitte Berlins. „Zwei Dinge, nach denen in der Wirtschaft vorgegangen wird, muss man sehen: „need to have“ und „nice to have“. „Need to have“ sind eindeutig Bildung und Soziales, „nice to have“ ist das Schloss. Wenn das Geld für „need to have“ nicht da ist, kann man es für „nice to have“ nicht ausgeben. Das ist ein simpler Grundsatz und wer diesen verletzt, wird die Quittung vom Wähler bekommen“, so Waldmann.

Herr von Lüdeke ist der Meinung, dass man sich Optionen nicht versperren sollte, wenn die finanziellen Möglichkeiten nicht gegeben sind. Die Diskussion sollte an allen Fronten geführt werden, um zu klären und zu prüfen, was da gebaut werden soll. Ein Intervenieren der FDP in der Öffentlichkeit, wäre gleichbedeutend mit „man wolle das Schloss nicht“ und der damit einhergehenden Medienschelte bzw. dem Volkszorn.

Bleiben also weitere Fragen: Weiß die Öffentlichkeit wirklich, was rund um das Thema Stadtschloss läuft? Und will sie dieses in der Form?